Nazo

Aktiv in Afghanistan

Blick vom Dach des Ausbildungszentrums in Achmad Schah Baba Mina. Im Hintergrund die Berge des Hindukusch, die das 2400 m hohe Plateau Kabuls umschließen.

Zwei Vereine - ein Ziel

 

In Afghanistan:

NAZO-Afghanistan (umbenannt in AFGHAN LUMINOUS SUN - NAZO - Professional Education Center (ALS)

 

In Deutschland:

NAZO-Deutschland - Hilfe für afghanische Frauen e.V.

Ziele von NAZO:

  • Selbstvertrauen
  • Selbstständigkeit
  • Eigenverantwortlichkeit

Wir unterstützen Frauen und Mädchen auf dem Land und in der Stadt in folgenden Bereichen:
  • Berufsausbildung und Ausübung
  • Alphabetisierung und Weiterbildung
  • Verkauf und Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Beratung und Kommunikation
  • Viehzucht und Gemüseanbau
  • Einführung von Kinderbetreuung
  • Familien-Patenschaften

Hintergrund

Der Mann – Vater, Bruder, Ehemann und Sohn – entscheidet auch heute noch, was die Frau tun darf und was nicht. Das kann soweit gehen, dass sie ein Leben lang das Haus nicht verlassen darf, nicht um einzukaufen, nicht um einen Arzt aufzusuchen, nicht um in der Schule zu lernen oder gar einen Beruf auszuüben.
Vor Gericht ist ihre Stimme nur die Hälfte wert. Zwei Frauenstimmen wiegen soviel wie eine Männerstimme.
Frauen und Männer werden auch heute noch in fast allen Familien von ihren Eltern verheiratet, oft schon in Kindertagen. Selbst viele Exilafghanen halten bis heute an dieser Sitte fest.
Die Analphabetenquote ist immer noch eine der höchsten der Welt, bei Frauen soll sie noch bei ca. 90% liegen, bei Männern um die 80%. (Quelle: Wickipedia 2013) Andere Quellen sprechen von nur 8% der Frauen, die lesen und schreiben können. (Quelle: Welt in Zahlen, 2013)
Die Lebenserwartung der Frauen in Afghanistan wird mit 45 Jahren angegeben. Jede Frau hat durchschnittlich sieben Kinder. Die Mütter- und Kindersterblichkeit gehören zu den höchsten der Welt. 30% der Frauen überleben Schwangerschaft und Geburt nicht. 80% der Kinder sind unterernährt.
Mehr als 30 Jahre Krieg und Bürgerkrieg haben Gewohnheiten verändert und Traditionen zerbrechen lassen. So gibt es heute, neben intakten Familienverbänden, eine Million Witwen, die sich allein durchschlagen müssen. Viele von ihnen können weder lesen noch schreiben und haben keinen Beruf erlernt - aber fast immer sind sie Mütter vieler Kinder. Diesen Frauen und deren Töchtern will NAZO helfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Es ist schwer zu entscheiden, was wichtiger ist, die Bildung oder die Gesundheit. Die erste Frauenministerin Afghanistans, Sima Simar, sagt dazu:

"Wären die Afghanen und Afghaninnen besser gebildet, wären sie auch weniger krank."

Sollen die Ziele Selbstvertrauen, Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit erreicht werden, müssen die Frauen und Mädchen Afghanistans die Chance bekommen, einen Beruf zu erlernen und ihn dann auch auszuüben. Erst mit dem selbst verdienten Geld können sie sich und ihre Kinder aus der Abhängigkeit vom Mann befreien.