Nazo

Jahresberichte

Jahresberich 2016 aus Kamari

Jahresberich 2016 aus Kamari

Alphabetisierungskurs im Dorf Kamari

 

Übersetzung des Jahresberichtes aus Kamari, geschrieben von Jawid

 

Kamari ist ein Dorf, etwa 45 Autominuten von Kabul entfernt.
Hier ist Frau WAZIMA aktiv.
Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Schneiderin im NAZO-Haus in Kamari

  • 1. eine Schneiderwerkstatt aufgebaut. In ihr arbeiten zur Zeit 9 Frauen von 9°° Uhr bis 16°° Uhr 5    Tage in der Woche.
  • 2. Hat sie das erste Geschäft „Negina Saloon“ im Dorf Kamari eröffnet, in dem sie „alles was Frauen brauchen“ verkauft: z.B. Stoffe, selbst angefertigte Kleidung aber auch Hygiene- und Schminkartikel und viele andere Produkte.
  • 3. Da sie selbst Analphabetin ist, war es ihr ein wichtiges Anliegen, dass in ihrem Dorf ein Alphabetisierungskurs ins Leben gerufen wurde. Als sie erfuhr, dass Frau Baum aus Deutschland sie ein Jahr lang mit monatlich 150 € unterstützt, engagierte sie sofort eine Lehrerin. Sie heißt Khatera.  Jeden Tag unterrichtet Khatera 2 Stunden lang mehr als 30 Schülerinnen. Dafür nutzt sie das NAZO-Haus in Kamari, in dem auch die Scheiderwerkstatt und das Geschäft untergebracht sind.
  • 4. Frau Wazima wird sich dafür einsetzen, dass alle Schülerinnen nach erfolgreichem Abschluss des Kurses im NAZO-Haus auf einer Regelschule weiterlernen können.

Unterstützen auch Sie Frau WAZIMA , damit sie auch im kommenden Jahr einen Alphabetisierungskurs anbieten kann. Übernehmen Sie die Lohnkosten der Lehrerin: 100 € pro Monat.

Hier geht es zum Spendenformular.

Jahresbericht 2016, Nejrab

Jahresbericht 2016, Nejrab

Übersetzung Jahresbericht 2016, geschrieben von Madina aus Nejrab

2016 war das Jahr in dem wir die 3. und 4. Periode des Schneiderei-Projektes durchführten. Zu den neuen Schülerinnen kamen noch aus den Perioden 1 und 2 zehn talentierte Studentinnen hinzu. Zusammen sind sie ein festes und sehr gutes Team.

Als Neuerung und um die Produkte zu perfektionieren, lernten die Studentinnen an den großen, elektrischen Maschinen zu nähen. Dies war wirklich eine großartige Erfahrung für sie.
Mit der Hilfe von Herrn Aalem – unser Lehrer für das Verkaufstraining – lernten unsere Studentinnen den Umgang mit den elektrischen Maschinen. Darüber hinaus brachte er ihnen bei, Kunden zu akquirieren: zum Beispiel von einigen Geschäften auf den Basaren der weit entfernten Dörfer und einigen nah zu unserem Zentrum. Mr. Aalem hilft den Studentinnen und den Studio-Frauen bei allen Problemen mit den Maschinen und beim Verkauf.

Die Leiterin unserer 15 Studio-Frauen ist eine intelligente Studentin der 3. Periode. Sie heißt Najia und war schon die Helferin der Schneiderlehrerin. Beide möchten auf dem Marktplatz ihres Dorfes einen Geschäft eröffnen.
Momentan liegt das monatliche Einkommen der einzelnen Studio-Frauen zwischen 500 – 1000 AFN ( 8 und 16 €) pro Monat. Mit dem Geschäft wollen sie ihr Einkommen erhöhen. Es wäre schön, wenn sie ein Grundkapital hätten, um gute Stoffe in Kabul kaufen zu können. Diese könnten sie zu Kleidern und Tücher verarbeiten und verkaufen.

Najia (Leiterin des Studios) und Jamila (Schneiderlehrerin) möchten darüber hinaus ihre Erfahrungen einbringen, um neue Schülerinnen zu unterrichten und Kunden zu akquirieren.

Wenn ich in Kabul bin, trägt Najia auch die Verantwortung für das Büro und die dazu gehörigen Aufgaben ( z.B. Studentinnen registrieren, Berichte schreiben, die täglichen Aufgaben verteilen, die Ausgaben notieren, Entscheidungen für das Mittagessen zu treffen etc. )
2017 möchten sie die Kurse (Alphabetisierung, Rechts- und Gesundheitsberatung und das Verkaufstraining) fortsetzen.
Auch wünschen sie sich weiterhin einen Lehrer, der ihnen beibringt, Kleider auf höherem Niveau zu nähen.

Momentan befinden wir uns in der 4. Periode, sie läuft nur noch bis zum Ende des Jahres 2016.
Auch hier gibt es wieder einen Fülle von intelligenten und interessierten Studentinnen. Aber sie wohnen sehr weit entfernt vom ALS/NAZO Zentrum. Ohne den täglichen Transport mit einem Auto zum Zentrum, den wir momentan ermöglichen können, können sie nicht zum Zentrum kommen.
Deswegen möchten diese Frauen in ihrem Dorf ein eigenes Näh-Studio aufbauen – und bitten um Unterstützung.

Fazit ganz allgemein: alle Studentinnen, die in den 4 Perioden im Zentrum ALS-Nejrab ausgebildet wurden haben ihre Zeit sehr gut genutzt. Eine arbeitet besser als die andere. Diejenigen, die aus verschiedenen Gründen nur die Grundausbildung durchlaufen konnten, arbeiten jetzt von zu Hause aus und nähen für ihre eigenen Familien.

Madina Noori, Managerin des NAZO-Ausbildungszentrum in Nejrab.

Jahresbericht 2016, Werkstatt Schmuck und Steinschleiferei

Jahresbericht 2016, Werkstatt Schmuck und Steinschleiferei

Am Kurs Buchhaltung nehmen auch Frauen der NAZO-Werkstätten teil.

Übersetzung des Jahresberichtes aus Kabul, geschrieben von Jawid.

In der Schmuckwerkstatt und der Steinschleiferin arbeiten 9 Mädchen und Frauen. Die Leiterin heißt Gulzia und hat schon jahrelange Erfahrung.
Die Arbeit beginnt für alle um 8:30 Uhr und endet um 16:00Uhr. Sie arbeiten 5 Tage in der Woche.
Einige Werkstatt-Mädchen nehmen auch an den Kursen Alphabetisierung und Rechtsberatung teil, die im Rahmen der neuen Ausbildung KELIM angeboten werden.
Einmal pro Woche kommt ein Lehrer nach Achmad Schah Baba Mena und unterrichtet Buchhaltung. Dieser Kurs wird von dem Verein Feroz Kooh unterstützt.
Einige von ihnen nehmen auch an Konferenzen und Sitzungen des Frauenministeriums teil.

Ihre Produkte verkaufen die Schmuckfrauen auf nationalen Verkaufsmessen, meistens in Kabul.
Aber ihre Hauptkunden sind in Deutschland, Frau Debora und Frau Elke.
Zusammen mit den Frauen der Leder-Werkstatt arbeiten sie glücklich im NAZO-Haus in Achmad Schah Baba Mena.

Jawid, stellvertretender Leiter des Vereins A.L.S.

Jahresbericht 2016, Kühe für Nejrab

Jahresbericht 2016, Kühe für Nejrab

NAZO_Kühe und Kälbchen auf einem Bauernhof in Nejrab

Übersetzung des Jahresberichtes

In den Jahren 2013 bis 2016 verteilten wir 40 Kühe und 40 Kälber an arme Landfrauen, die in verschiedenen Dörfern des Distrikts Nejrab leben. Dadurch hat sich das Leben für diese Familie ernorm verbessert. So eine Kuh ist ein großer Vermögenswert.

Die Frauen bringen täglich einen Teil der Milch zur Molkerei, einen anderen Teil verwenden sie für sich und ihre Familien. Einen verbleibenden Teil verkaufen sie selbst als Jogurt auf dem Basar.
So verdienen sie ihr eigenes Geld, von dem sie sich ihre tägliche Notwendigkeiten kaufen und ihre Kinder unterstützen können.

Die Kühe kalben mindestens einmal im Jahr und ein neues Kälbchen kommt zur Welt. Das ist auch ein großer Vorteil für die Besitzerin. Das Kalb wächst heran und kann für gutes Geld verkauft werden.
Die weiblichen Tiere behalten die Familien gern.

Es gibt schon Familien in den Dörfern, die mehrere Kühe haben.
Die Kuh-Projekte sind eine großartige Chance für die Familien.

Wir von NAZO-Afghanistan (ALS) sind sehr stolz, so viele Landfrauen und ihre Familien glücklich gemacht zu haben.

Madina, 12.12.2016

Jahresbericht 2015

Jahresbericht 2015

Jahresbericht aus Kabul 2015 von Jawid, 20.12.2015 (Übersetzung, 02.01.2016)

Herzliche Grüße an Euch alle, an diejenigen die uns direkt oder indirekt helfen.

Hier ist der Bericht über unsere Aktivitäten 2015 in Afghanistan:

 

  1.  Schneiderei-Projekt in Nejrab
    • Schneiderei-Projekt in Nejrab
    • Ende 2014 wurde das Projekt genehmigt, und wir begannen sofort mit der Durchführung. Wir nahmen kleinere bauliche Veränderungen vor, kauften die Maschinen, das Zubehör, ließen Stühle, Tische, Regale etc. für die Unterrichtsräume, bzw. Küche und Sanitärräume anfertigen.
    • Sehr viele Frauen und Mädchen aus der Umgebung meldeten sich, um im NAZO-Ausbildungszentrum NEJRAB Schneiderei zu lernen. Die ersten 25 Schülerinnen wurden nach einer Befragung aufgenommen, die anderen mussten wir auf die späteren Ausbildungen vertrösten. 

    • Wir konnten pünktlich am 01.01.2015 mit der Ausbildungsarbeit und den Weiterbildungskursen - Gesundheits- und Rechtsberatung sowie Alphabetisierung beginnen. 

    • Die offizielle Eröffnung fand am 03. April 2015 statt; an ihr nahmen die Angehörigen der Schülerinnen, die Auszubildenden, die Angestellten und offizielle Vertreter der Behörden teil. 

    • Das Projekt startete gut und wird bis heute solide durchgeführt.
  2. Werkstätten
    • Die Werkstätten wurden besichtigt und einige Änderungen diskutiert und durchgeführt. 

    • Modernere elektrische Maschinen wurden bewilligt und gekauft. 

    • Neue Aufbau-Lehrer/Innen wurden verpflichtet. Sie kommen 1 x pro Woche und werden von NAZO-Deutschland bezahlt. Ebenso zahlt NAZO-Deutschland die Transport-, Strom-, Wartungs-, Wasser- und Müllentsorgungskosten. 

    • Die Ausbildungsbeihilfe wird seit Mai 2015 den einzelnen Werkstätten monatlich bar ausgezahlt. Die Werkstattfrauen verpflichteten sich, das Geld selbständig zu verwalten, das heißt ihre Nahrungsmittel selbst einzukaufen und zuzubereiten. 

    • Materialgeld: Frau Jonigkeit und Herr Ebrahimy hatten NAZO-Produkte in Deutschland verkauft – diese Einnahmen wurden den Werkstattfrauen bar übergeben, mit der Aufforderung, davon neues Material anzuschaffen. 

    • Alle Werkstattfrauen sind sehr bemüht, ihre Produkte in Kabul und Deutschland zu verkaufen.
    • Unser Ziel war es: Die Werkstätten sollten völlig selbständig arbeiten. Das Ziel haben wir erreicht. Momentan arbeiten vier Werkstätten in Eigen-Regie. Sie haben genügend Aufträge und gut zu tun. Darüber hinaus nehmen sie sogar eigene Schülerinnen auf, die sie selbständig ausbilden. Es sind sozusagen ihre Lehrlinge.

  3. Werkstatt Schneiderei in Kamari
    • Wir besprachen mit Frau J. und Herrn E. den Wunsch der Frauen, in eine anderes Gebäude auf der Hauptstraße umzuziehen. Begründung: Dort gibt es Strom und die modernen Maschinen können besser genutzt werden. Das wurde bewilligt, und der Umzug vorgenommen. Wir, die Männer von A.L.S., haben die Wände gestrichen, einige Umbauten vorgenommen, die Maschinen und das Mobilar aufgestellt und das große Schild – Frauenschneiderei Negina Saloon angebracht. 

    • NAZO Deutschland bezahlt noch die Miete und leistet einen Beitrag zur Verpflegung (70 Cent pro Tag/pro Frau).
    • Seit April 2015 arbeitet Wasima dort mit ihren 15 Werkstattfrauen und 5 Schülerinnen. Sie sind sehr zufrieden. Es kommen viele Kundinnen aus der Umgebung, geben ihre Bestellungen auf und/oder kaufen die schon fertig genähten Kleider, Decken, etc. 


  4. Werkstatt Schmuckherstellung in Achmad Schah Baba Mina
    • In dieser Werkstatt arbeiten zurzeit 11 Frauen vollkommen selbständig unter der Leitung von Rahima. 

      • Sie erhielten von NAZO-Deutschland e.V. ein Startkapital von 156.000 AFN (ca. 2.300,00 €) für neues Material. 

      • Darüber hinaus erhalten sie - ebenso wie die Schneiderinnen in Kamari und die Lederfrauen in Achmad Schah Baba Mina - das Geld für die Verpflegung (70 Cent pro Tag) bar ausgezahlt. 

      • Die Frauen der Schmuckwerkstatt haben ein eigenes Konto eröffnet, auf das sie ihre Einnahmen direkt einzahlen, bzw. überweisen.

    • Werkstatt Lederprodukte in Achmad Schah Baba Mina
      • Diese Werkstatt ist genauso aufgebaut wie die Schmuckwerkstatt. 

      • Weil alle Frauen dieser Werkstatt Analphabetinnen sind, die noch immer die Alphabetisierungskurse besuchen, haben sie entschieden, dass Rahima solange ihre Leiterin sein soll, bis eine von ihnen über genügend Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen verfügt. 

      • Hier arbeiten ebenfalls 11 Frauen in Eigen-Regie. Sie haben zurzeit 6 Lehrlinge. 

      • Auch sie erhielten ein Startkapital von NAZO-Deutschland e.V. 120.000 AFN ( ca. 1.700,00 €).

    • Schneiderwerkstatt in Kart-e-nau
      • Diese Werkstatt besteht schon seit Jahren und wird von Palwascha und Schamila geleitet. Hier arbeiten 7 Schneiderinnen in Eigen-Regie und bilden zurzeit 2 x 16 Schülerinnen aus. Sie haben einen guten Kundenstamm und können ihre Produkte – ebenso wie die Frauen in Kamari – gut verkaufen. 

      • Alle Werkstattfrauen, die Schülerinnen, sowie Frauen aus der Umgebung nehmen an den Weiterbildungskursen teil. Vor allem die Alphabetisierungskurse sind sehr beliebt. Es ist sehr bedauerlich, dass die UNESCO schon vor einigen Jahren das Programm „Alphabetisierung“ eingestellt hat und wir jetzt immer eine Lehrerin finden und bezahlen müssen.

    • Kindergarten
      • In Kart-e-nau: In der Regel kommen 20 Kinder, die in unseren Räumen betreut werden. Mittags bekommen die Kinder eine warme Malzeit, etwa 10°° Uhr vormittags gibt es etwas Milch und Kekse für jedes Kind. Die Kinder, deren Eltern nicht völlig arm sind, bezahlen 300 AFS ( ca. 4 €) pro Monat für die Betreuung. 

      • Wir versuchen, im kommenden Jahr (2016) wieder eine zweite Gruppe in Achmad Schah Baba Mina aufzumachen. Momentan ist der Weg dorthin für viele Eltern zu weit und zu gefährlich. 
NAZO Deutschland bezahlt den Lohn der Kindergärtnerin und kommt für die Kosten der Verpflegung auf.

    • Kuhprojekt
      • Dieses Projekt wurde im Oktober genehmigt und von uns sofort in Angriff genommen. Dieses Mal kauften wir gleich Kühe und deren Kälbchen. Wir suchten, gemeinsam mit den Dorfvorstehern die hilfsbedürftigsten Frauen aus der ganzen Region aus. Wir entschlossen uns, den jungen Witwen mit mehreren Kindern zu helfen und ihnen eine Kuh, bzw. ein Kälbchen zukommen zu lassen. So können die Halbwaisenkinder einen Teil der Milch trinken und die Mütter können die Milchprodukte (z.B. Jogurt) verkaufen und so ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten.
      • 
Auch die Frauen, die später die Kälber bekommen sollen, wurden schon von uns ausgesucht. Die Kälbchen bleiben noch 6 Monate bei ihren Müttern. In dieser Zeit bekommen die Mutterkühe eine spezielle Nahrung, die wir auch schon kaufen konnten. 

      • Nach 6 Monaten werden die Kälber ihren neuen Besitzerinnen übergeben. 

      • Verantwortlich für das Kuhprojekt ist Madina, die auch schon das Projekt „Schneiderei in Nejrab“ leitet. 
Nach der Verteilung der Kühe luden wir die Dorfältesten zu einem Mittagessen ein. Dieses wurde von den Frauen vor Ort zubereitet und von uns bezahlt.

    • Allgemeines
      • Parallel zu all diesen Arbeiten, mussten wir uns noch um die Steuern kümmern. Leider wussten wir nicht, dass wir schon seit Jahren Steuern hätten bezahlen müssen. Um dieses Problem zu lösen, beriefen wir mehrere Vereins-Sitzungen ein und mussten feststellen, das unsere bisherigen Geschäftsführerin, Marina, diese Probleme nicht erkannt hatte. Marina trat von allen Ämtern zurück – und ließ uns leider vollkommen im Regen stehen. Sie fuhr nach Pakistan und meldete sich bis heute nicht mehr.
      • 
Wir besprachen diese Probleme mit unserem Mitglied Mina, die Staatsanwältin ist. Sie erklärte sich bereit, den Vereinsvorsitz zu übernehmen und sich dafür einzusetzen, dass das Problem gelöst wird und wir in Zukunft fristgerecht unsere Steuern bezahlen werden.
      • 
Ich selbst wurde beauftragt kommissarisch die Geschäftsführung zu übernehmen, solange bis wir eine neue Geschäftsführerin gefunden haben. 

      • Um allein die buchhalterischen Arbeiten zu schaffen, mussten wir – mit Erlaubnis von NAZO-Deutschland – einen erfahrenen Buchhalter, Zameer, einstellen.
      • 
Auch Schaima, die vor allem für die Patenschaften und die Kindergärten zuständig war, hat uns verlassen. Allerdings hat sie ordnungsgemäß um ihre Entlassung gebeten – und wird auch in Zukunft noch hin und wieder für NAZO-Afghanistan arbeiten, wenn „Not an der Frau“ ist. 

      • Wir suchen jetzt nach zwei geeigneten Frauen, die Schaima und Marina ersetzen können.

     

    Ich hoffe, ihr könnt mit meinem Bericht etwas anfangen. Da Marina und Schaima uns verlassen haben, blieb mir nichts anderes übrig, als den Jahresbericht selbst zu schreiben. 
Wir alle bedanken uns bei euch und grüßen euch herzlich,

    Jawid, 
(Stellvertreter der Geschäftsführung)

     

    Nachtrag Schneiderei in Nejrab: Die erste Ausbildungsrunde ging nach 6 Monaten zu Ende (Ende Juni 2015). Die Schülerinnen bekamen ihre Zeugnisse und gingen mit ihrer Nähmaschine, einigem Nähzubehör und einem Heft „Grundlagen der Schneiderei“ glücklich nach Hause.

    Die 6 besten Frauen blieben im Ausbildungszentrum und richteten sich eine Werkstatt ein. Wir kauften für sie elektrische Maschinen. Ein Geschäftsmann aus Nejrab kommt einmal pro Woche und berät die jungen Schneiderinnen in Sachen Buchführung und anderen ökonomischen Angelegenheiten.

    Ende Dezember wird dann auch die 2. Runde der Ausbildung beendet sein. Bisher lief alles gut und reibungslos – sieht man mal von der schwierigen Sicherheitslage in Nejrab ab – aber das ist ein anderes Kapitel. 
    (Dazu hat Madina am 11.12. 2015 einen Bericht geschrieben.)

    Jahresbericht 2014

    Jahresbericht 2014

    Bericht von Nazo für das Jahr 2014.

    Liebe NAZO Mitglieder in Deutschland.
    Zu Anfang des Jahres lief noch unser 3 jähriges Ausbildungs-Projekt und erfahrene Lehrkräfte unterrichteten. Obwohl die Frauen noch in der Ausbildung waren, stellten sie schon sehr gute Produkte her. In der Lederabteilung hatten wir einen sehr guten Lehrer, der in kurzer Zeit die Frauen zu guten Leder-Designerinnen ausbildete.
    Zum Abschluss der Ausbildung händigten wir unseren Schülerinnen die Zeugnisse aus.
    Einige der Ausgebildeten arbeiten jetzt in der Werkstatt des Nazo Zentrums, andere verließen uns und arbeiten nun von zu Hause aus.
    In der Lederverarbeitung sind jetzt 11 Schülerinnen tätig. Die Werkstatt wird von Marwa, der besten ehemaligen Schülerin geleitet. Diese Frauen haben viele Erfahrungen sammeln können und gute Kenntnisse über den Einkauf und die Qualität des Leders erworben. Die Taschen haben ein schickes Design und werden in einem Geschäft in Kabul-City ausgestellt und verkauft, einige auch in Mazar-e-Sharif.

     

    Im Bereich Schmuck entstehen mit Hilfe von Rahima und Gulzia verschiedene Ketten-Kombinationen in Silber und Steinen, aber auch weiterhin die turkmenische Ketten.
    Da unser Zentrum leider nur schwer erreichbar ist, haben wir nicht so viele Kunden, meistens sind es Verwandte von Mitarbeitern des Zentrums.

    Im Jahr 2014 bestellte Frau Siller aus Berlin bei uns einige Male Schmuck. Wir mussten die Ware über Pakistan nach Deutschland schicken. Das ist für uns sehr umständlich und teuer – aber bisher haben wir keine Möglichkeit gefunden, direkt von Afghanistan aus, die Waren zu Euch nach Deutschland zu schicken.

    Da der Verkauf nicht so gut läuft wie in den vorangegangenen Jahren, haben wir viele fertige Produkte, wie Taschen, Ketten, Stickereien und Kleidung gelagert. Hier liegt also auch unser Geld fest.
    Wenn wir eine Verkaufsmöglichkeit im Zentrum von Kabul hätten, könnten wir viel verkaufen.

    Trotzdem ist die Arbeitsmoral der Frauen sehr hoch und alle haben Hoffnungen, dass es in naher Zukunft besser läuft.
    In den anderen Jahren (vor 2014) hatten wir Ausstellungen, in denen wir viel verkaufen konnten. Im Jahr 2014 hatten wir keine einzige Ausstellung. Es gab zwar die Möglichkeit - sogenannte „Handwerksausstellungen“ - aber die dafür aufzubringenden Kosten waren für Nazo zu hoch.
    Wir bemühen uns, für Nazo ein Geschäft in guter Lage zu eröffnen.

    Aber in letzter Zeit hat sich die Sicherheitslage in Kabul sehr verschlechtert. Wir hoffen, dass die Abgeordneten schnell gewählt werden und dadurch eine gewisse Ruhe einkehrt.

    Die Frauen der Schneiderwerkstatt haben zuerst versucht, Aufträge aus verschiedenen Stadtvierteln zu sammeln und dann in Achmad Schah Baba Mina zu verarbeiten. Der Zeitaufwand und die Fahrtkosten waren hoch - und so wurde nicht genug verdient.

    Für die normalen Kunden ist der Weg zum Zentrum zu weit, zumal es auch keine Verkehrsmittel gibt.
    Eine unserer Schülerinnen, Fauzia, sagt, dass sie zu Hause arbeitet und bis 10.000 AFN (ca. 150 €)  verdient. Der Weg zu Nazo ist ihr zu weit und auch ihre Kunden würden nicht dorthin kommen.
    Die Schülerin Zarin sagt: „Ich arbeite mit meiner Schwester zusammen und wir können jetzt die Miete für das Haus bezahlen und unseren Vater im Haushalt unterstützen".

    Die Arbeit von Nazo Kabul mit Hilfe von Nazo Deutschland unterstützt viele Familien und bereitet somit der Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Gesellschaft den Weg.

    Wenn auch die Schneiderinnen im Achmad Schah Baba Mina (noch) keine Werkstatt haben, so entstehen jedoch in den Haushalten unserer ausgebildeten Frauen private Werkstätten, die eine sichere Einnahmequelle für diese Frauen und ihre Familien bedeuten.

    In Kart-e-nau, das leichter zu erreichen ist, haben wir eine Schneiderwerkstatt. Sie wurde von Palwascha, einer ehemaligen Schülerin, und einigen anderen guten Schülerinnen aufgebaut.

    Während der gesamten Ausbildung haben wir parallel zur Berufsausbildung Kurse zum Thema Gesundheits- und Rechtsberatung aber auch Alphabetisierungskurse angeboten. Die Kurse zum Thema „Gesundheit“, unterteilen sich in theoretische und praktische Teile. Sie wurden von der Organisation "Operation Mercy" durchgeführt. Diese Kurse haben vielen Frauen sehr geholfen. Es wurden nicht nur  Nazo-Frauen unterrichtet sondern auch Frauen aus anderen Stadtviertel, bzw. Ortschaften.

    Für die Alphabetisierungskurse konnten wir junge Abiturienten gewinnen, die die Eingangsprüfung zur Uni nicht bestanden hatten. Auch Najeela unterrichtet jetzt täglich eine Stunde einen Alphabetisierungskurs. 

    Anfang 2014 gab es die Wahlen in Afghanistan. Wir hatten in alle 3 NAZO-Zentren Leute von der Wahlkommission eingeladen, um den Frauen die Wichtigkeit der Wahlen zu erklären. Viele von ihnen  gingen danach zur Wahl, ebenfalls die Frauen aus NAZO-Kamari.

    In den Dörfern, besonders in Kamari, sind die Frauen sehr interessiert an Kursen über Viehhaltung und Hühnerfarmen, vielleicht sogar an einer Möglichkeit, das jetzige Zentrum als Hühnerfarm zu nutzen.

    Kamari ist ein sehr interessantes Dorf, weder groß noch klein. Die Bewohner unterstützen ihre Frauen und Töchter. Deswegen haben viele Mädchen von dort das Abitur geschafft. Aber aufgrund finanzieller Probleme können sie die Kosten für die Universität nicht aufbringen.

    Aus unserer 1. Schneider-Runde in Kamari haben es zwei Abiturientinnen geschafft, mit Schneiderei, die sie bei uns lernten,  soviel Geld zu verdienen, dass sie die Kosten für die Universität aufbringen können. Dafür bedanken sich diese jungen Frauen besonders herzlich bei Nazo Deutschland.

    Durch unsere Berufsangebote wird es möglich, dass junge Frauen ihr Haus verlassen können und sich damit ihr Horizont erweitert. Vor allem in Achmad Schah Baba Mina war es für die Frauen sehr schwer,  von zu Hause raus zu kommen - dort leben ja vorwiegend Pashtunen.
    Jetzt kommen sie ins NAZO-Zentrum, um zu arbeiten und dafür zu kämpfen, dass ihre Töchter zur Schule gehen können. Einige Frauen unterstützen mit ihren eigenen Einnahmen ihre Töchter und haben so einen wichtigeren Platz in der Gemeinschaft eingenommen. In diesem  Ergebnis sehen wir - das Nazo-Team - eine sehr positive Entwicklung.

    Die Mannschaft von Nazo Kabul bedankt sich für die Unterstützung von Nazo Deutschland. Nazo Deutschland hat uns immer bei der Durchsetzung und Finanzierung all unserer Vorhaben sehr geholfen. So kann sich auch Nazo Deutschland in seiner erfolgreichen Arbeit bestätigt fühlen.

    Mit freundlichen Grüßen Marina Niazi

    Jahresbericht 2013

    Jahresbericht 2013

    Übersetzung des Jahresberichtes von Marina 2013, (Geschäftsführerin in Afghanistan) Kabul, Januar 2014

    Herzliche Grüße und vielen Dank für eure großartige Unterstützung. Wie ihr wisst haben unsere Schülerinnen nicht die Chance gehabt, zu Schule zu gehen. Neben den eigentlichen Berufsausbildungen, ermöglichen wir unseren Schülerinnen, an Alphabetisierungs- Gesundheits- und Rechtsberatungskursen teilzunehmen.
    Dezember 2012 bis März 2013 wurden in unseren Häusern (in Achmad Schah Baba Mina und in Kart-e-nau) Gesundheitskurse durchgeführt. An diesen nahmen 220 Frauen teil. Der Unterricht wurde von uns organisiert und von der NGO „Operation Mercy“ durchgeführt. Zweimal pro Woche kamen 6 unterschiedliche Ärztinnen. Sie haben die Frauen in Gruppen unterteilt und theoretisch und praktisch unterrichtet. Zum Abschluss mussten alle Frauen eine Prüfung ablegen. Diejenigen, die sie bestanden haben, erhielten ein vom Gesundheitsministerium autorisiertes Teilnahmezertifikat.

    Danach begann wieder unser normaler Rhythmus für die Weiterbildungskurse: Pro Woche je eine Stunde Familienplanung, Hygiene rund um die Geburt, allgemeine Gesundheitspflege und gute Haushaltsführung.
    Anfang März starten wir mit der Schneiderei-Ausbildung im Dorf Kamari. Wir suchten 20 Schülerinnen aus und verpflichteten 8 Personen dort zu arbeiten. Je eine Schneiderin, Köchin, und Putzfrau, einen Wächter und 4 Frauen für die Aufklärungskurse (Alphabetisierung, Verkaufstraining, Ärztin, Juristin.)
    Der Besitzer des Hauses hatte das Gebäude auf unsere Bedürfnisse hin umgebaut und renoviert. Wir konnten in ein gut gepflegtes Haus einziehen. Die monatliche Miete beträgt umgerechnet ca. 100 €.

    Als wir im Dorf bekannt gaben, dass wir Frauen zu Schneiderinnen ausbilden wollen, meldeten sich 70 Frauen aus Kamari und den umliegenden Dörfern. Wir wählten 20 Frauen aus – und ließen die anderen sehr traurig zurück.
    Zwischenzeitlich hatten wir uns – wie wir es immer machen – mit den Dorfältesten, dem Mulla und Repräsentanten der Regierung getroffen, um ihnen unser Vorhaben zu erklären und darzulegen. Alle waren damit einverstanden und sagten uns ihre Unterstützung zu.
    Leider leben in dieser Gegend verfeindete gewalttätige Großfamilien. Diese beiden Stämme bekriegen sich ständig – und allein in diesem einen Jahr, in dem wir hier arbeiten, wurden 6 Männer umgebracht. Uns hat man – Gott sei Dank – nicht bedroht. Wir arbeiteten immer tapfer weiter.

    Die Eröffnung fand am 21. März 2013 statt. Zur Eröffnung hatten wir auch Vertreter des Frauen- des bildungs- und des Wirtschaftsministerium eingeladen. Allerdings kamen keiner von ihnen nach Kamari – aber alle sagten uns schriftlich ihre Unterstützung zu.

    Am 20.03.2013 schlossen auch 20 Frauen im NAZO-Stammhaus in Kart-e-nau ihre Schneiderei Ausbildung ab und bekamen ihre Zeugnisse. Am 01.04. 2013 nahmen in Kart-e-nau 26 neue Schülerinnen ihre Ausbildung zur Schneiderin auf. In Kart-e-nau lernen die Schülerinnen neben dem Nähen und Zuschneiden auch Sticken mit der Maschine.

    Im NAZO-Zentrum in Achmad Schah Baba Mina bestanden im März 2013 25 Frauen ihre Prüfungen, nachdem sie 18 Monate im Lederhandwerk unterrichtet worden waren.
    In Achmad Schah Baba Mina bieten wir jetzt auch Näh-Kurz-Kurse an. Sie dauern nur 3 Monate und werden von ehemaligen Schülerinnen gegeben. Diese können dadurch schon Geld verdienen und sammeln neue Erfahrungen.
    Von den ausgebildeten Frauen haben sich 8 Frauen zu einer Werkstatt zusammengeschlossen. Sie arbeiten in den NAZO-Räumen mit den NAZO-Geräten und Maschinen. Dafür bezahlen sie monatlich eine Nutzungsgebühr von 5 €. Außerdem bezahlen sie auch für das gemeinschaftliche Essen pro Monat 5 €. Sie verdienen momentan pro Monat ca. 30 – 50 €, davon müssen 10 € an das NAZO-Zentrum abgeben.

    Zum Verkauf: Auch 2013 konnten wir an vielen nationalen und internationalen Verkaufsausstellungen, bzw. Messen teilnehmen. Da unsere Produkte in Handarbeit gearbeitet sind und wir nur echtes afghanischen Leder, bzw. echte afghanische Edelsteine, wir z.B. Lapis Lazuli, verarbeiten, bekamen wir vom afghanischen Wirtschaftsministerium eine „Export-Unterstützung“.
    So konnten wir es wagen, die Einladung im Februar nach Dubai zur Messe „World Village“ anzunehmen. Dort verkauften wir unsere Leder- und Schmucksachen sehr gut.

    2012 hatten wir in Nejrab 8 Kühe an 8 arme Frauen gegeben. 2013 nun hatten die Kühe gekalbt und wir konnten die Kälbchen anderen bedürftigen Witwen übergeben. Die Wirkung unseres Kuh-Projektes ist auch in Nejrab sehr positiv. Die Frauen haben jetzt viel weniger wirtschaftliche Sorgen und ihre Anerkennung innerhalb der Dorfgemeinschaft ist gestiegen. Ihre Produkte, wie Jogurt und Milch konnten sie verkaufen, bzw. hatten selbst genug zu essen.
    Glücklicherweise wurde diese Arbeit nochmals unterstützt und wir konnten auch 2013 acht Kühe kaufen Diese sind teilweise schwanger oder wir kauften sie schon mit ihrem Kälbchen. Die folgenden 4 Monat – bis die Kälber von der Mutter unabhängig sind – stehen die Kühe mit ihren Kälber im Stall vom Bauern und wir (ALS) kaufen das Futter und bezahlen dem Bauern eine geringe Miete für das Unterstellen.

    Nejrab ist in der Provinz Kapiza und sehr schwer zu erreichen. Jede mal mussten wir unser Auto an einem bestimmten Punkt abstellen und die letzte Strecke zu Fuß weiter gehen. Nicht nur das das zu Fuß gehen lange dauert, es ist auch ziemlich gefährlich. Oft blieb das Auto auch liegen und konnte die bergigen sehr schlechten Wege nicht bewältigen. Deswegen haben wir uns entschlossen, ein stabiles Auto zu kaufen, das auch durch dieses bergige und steinige Gebiet fahren kann.
    Aber es gab noch einen weiteren Grund, ein stabileres Auto anzuschaffen: Im Winter gibt es bei uns immer viel Schnee, bzw. Schlamm. Dann kamen wir noch nicht einmal mit dem Auto bis nach Achmad Schah Baba Mina. Darüber hinaus hat sich unsere Arbeit sehr erweitert. Oft haben wir eine Verkaufsausstellung oder Messe und brauchen dafür ein Auto. Mit dem alten Auto können wir dann die anderen Arbeiten erledigen, wie z.B. den täglichen Einkauf. Dafür mieteten wir früher ein Taxi. Das entfällt jetzt und spart auch wieder Geld.

    In diesem Jahr hat sich die Qualität unserer Afghan-Design Produkte verbessert. Ein Lehrer aus Mazar i – Scharif kam für eine Woche und führte die Frauen in die Herstellungskunst der Perlenketten ein. Er war begeistert von den Ideen, die unsere Schülerinnen einbrachten. Auch diese Ketten können wir gut verkaufen.
    Im Bereich Lederverarbeitung sind wir ebenfalls gut vorangekommen. Zu Beginn des Jahres nähten unsere Schülerinnen 1000 Schultaschen aus Plastik-Planen. Für diese Schultaschen kauften wir Schreibwerkzeuge, Hefte –ganz allgemein Sachen, die man in der Schule zum lernen braucht – und fuhren damit in die Provinz Kapiza. Dort verteilten wir die Schultaschen zusammen mit dem Inhalt an die Schulkinder. Zuerst wollten wir die Taschen nur an bedürftige Jungen und Mädchen verteilen – dann aber mussten wir feststellen, dass alle Kinder in dieser Gegend arm und hilfsbedürftig sind.

    Auch unsere Sport- und Reisetaschen, die unsere Schülerinnen nähen, lassen sich in Kabul gut verkaufen. Darüber hinaus nähten sie auch noch einige Militärrucksacke.
    Unsere Produkte haben eine gute Qualität. Deswegen wollten wir einige davon zu euch nach Deutschland schicken. Dabei stießen wir auf mehrere Probleme: Per Post war es nicht möglich, da man aus Afghanistan weder Edelsteine noch Silber noch Lederwaren ausführen darf. Also gingen wir zur Export-Abteilung im Handelsministerium. Dort sagte man uns, dass wir eine Export-Erlaubnis beantragen müssen. Das dauert natürlich. Außerdem waren wir nicht sicher, ob das zum Ziel führt, weil momentan jeder etwas anderes sagt. Niemand weiß wie es 2014 weitergehen wird. Also fuhren wir nach Pakistan und schickten von dort die Sachen zu euch.

    Der Vertrag zwischen den USA und Afghanistan, das neue Truppenstationierungsabkommen, das unser Präsident Karzai noch immer nicht unterschrieben hat, spielt hier eine große Rolle. Wir selbst können in diesem Punkt sowieso nichts ausrichten – und arbeiten einfach weiter – und glauben, dass sich schlussendlich doch alles zu Guten wenden wird.

    Nochmals zu den Frauen in Kamari. Auch diese Frauen wollen ihre Räume weiterhin nutzen und darin eine Werkstatt aufbauen. Außerdem möchten noch sehr viele Frauen zu Näherinnen ausgebildet werden. Andere wollen eine Bäckerei aufmachen, oder das Friseur-Handwerk erlernen. Aber natürlich können wir keine Zusagen machen. Wir können lediglich Euch bitten, uns in unseren Aktivitäten auch weiterhin zu unterstützen.

    Wir von Afghan Luminous Sun (ALS) bedanken uns wieder recht herzlich für Eure unermüdliche Hilfe und Unterstützung. Diese fällt auf einen fruchtbare Boden: Wir konnten vielen hilfsbedürftigen Frauen und Mädchen mit unseren Berufsangeboten und den landwirtschaftlichen Projekten eine Lebensperspektive geben.

    In vielen 100 Fällen konnten und können wir beobachten, wie sich das Selbstbewusstsein der Frauen und Mädchen stabilisiert hat. Sie können heute ihre finanziellen Probleme selbständig in die Hand nehmen und haben damit viel mehr Ansehen, nicht nur innerhalb ihrer Familie, sondern vor allem auch in ihre Nachbarschaft, bzw. Dorfgemeinschaft.

    Auch die sehr armen oft auch kranken Frauen, die nicht mehr lernen können und deswegen von einer Patin, einem Paten, von Deutschland aus unterstützt werden, bedanken sich ganz herzlich für diese Hilfe. Mit freundlichen Grüßen, Marina und alle NAZO-Frauen