Nazo

Palwascha im Dorf Scheweki

Palwascha sagt:

"Ich kam heimlich ins NAZO-Zentrum, um zu lernen, ohne Wissen meines Vaters. Als er es dann mitbekam, hat er mir große Probleme gemacht. Täglich kam ich aus Scheweki. Das war sehr schwierig. Immer wird man als Frau unterwegs beleidigt und hat es nicht leicht. Die Ausbildung im NAZO-Zentrum hat mein Leben grundsätzlich geändert. Vorher war ich nur zu Hause. Ich hatte nichts zu tun. Jetzt habe ich gelernt. Jetzt nähe ich und ich habe gut zu tun. Auch meiner jüngeren Schwester habe ich das Nähen beigebracht. Sie geht jetzt auch zur Schule und parallel dazu arbeitet sie als Näherin. Ich bezahle ihr zwar keinen Lohn, aber wenn sie Kleidung braucht oder Schuhe, oder für die Schule etwas, das wird alles von mir finanziert. Meine Arbeit hat die finanzielle Situation der Familie komplett gerettet. Das macht mich glücklich. Ich habe viel mehr Mut und kann selbständig Entscheidungen treffen.“

2011 übernimmt sie den Schneiderkurs und anschließend noch einen Aufbaukurs. 2013 muss sie ihre Schneiderei nach Kart-e-nau verlegen, weil das Arbeiten für die Frauen in Scheweki zu gefährlich geworden ist.

Kommentar ihrer Schwester

„In der Zeit, als Palwascha noch nicht nähen konnte, war unsere wirtschaftliche Lage sehr, sehr schlecht. Nachdem sie diesen Beruf erlernt hat, hat sie sich entscheidend verbessert.
Ich habe ihr alles abgeguckt und auch etwas gelernt. Der große Vorteil ist, dass wir immer viel zu tun haben. Wir leben in einem Hof mit 4 Familien. In der Zeit, in der wir mit Nähen beschäftigt sind, haben wir keine Zeit, uns um andere Probleme zu kümmern. Ich habe sehr viel von meiner Schwester gelernt. Ich helfe ihr. Sie ist mein Vorbild.

In unserer Gegend ist Palwascha die Meisterin. Es kommen sehr viele Menschen, sogar aus Logar und von weit her.“

Palwascha und ihre Schwester bei einem Besuch in Kart-e-nau.