Nazo

Übergabe der Solarlampen

Madina in Nejrab

In der Provinz Kapiza gibt es so gut wie keine Straßen, noch nicht einmal „jeep able roads“ (einfachste Pisten). Die Menschen gehen zu Fuß oder nehmen einen Esel mit. Strom gibt es natürlich auch nicht.

Jawed berichtete 2013 über die Freude, die die beiden Solarlampen bei zwei sehr armen Familien ausgelöst hatten. Darauf bemühten wir uns, Solarlampen zu beschaffen und fragten "unsere" Afghanistan-Interessierten in einem Rundbrief, ob uns jemand helfen kann - und tatsächlich: Unser Spendenaufruf hatte Erfolg.
Der Verein Solar Global e.V. spendete 20 nagelneue Solarlampen, die wir im April mit nach Kabul nahmen.

Sehen Sie die Fotos und lesen Sie den Brief, den Madina uns schrieb, die die Solarlampen am 06. Mai 2015 an sehr arme Familien im Gebiet Nejrab (Provinz Kapiza) übergab.

Brief von Madina

Liebe NAZO-Frauen in Deutschland.

Während der 5 Tage (2. – 6. Mai 2015) im Distrikt Nejrab habe ich folgende Dinge erledigt: Ich besuchte arme Familien und fragte, wer besonders bedürftig ist, damit diese die Solarlampen bekommen.

Als ich von meinem Besuch bei den Frauen zurückkam, wusste ich, dass diese Tag für Tag sehr hart arbeiten: sie erziehen ihre Kinder, betreuen das Vieh, schneiden das Gras, kümmern sich um die Hühner, sammeln Holz in den Bergen, um zu kochen und Brot zu backen, spülen das Geschirr, reinigen das Haus und bereiten dreimal am Tag etwas zu essen.

Neben ihren 7 – 8 Kindern, auf die sie aufpassen, müssen sie sich ebenfalls um ihre Schwiegermutter, Schwiegervater und um ihre Schwager kümmern. Häufig gehen ihre Töchter nicht zur Schule weil es zu viel zu tun gibt . (Anmerkung: die Töchter müssen im Haus und auf dem Feld helfen.)

Trotz dieser harten Arbeit, machen die Frauen ihre Arbeit gern und sind zufrieden mit ihrem Leben. Sie verdienen ihr Geld, indem sie das, was auf ihren Feldern wächst verkaufen, ebenso Hühnereier und Michprodukte.

Was sie traurig macht sind die Beleidigungen, mit denen ihre Ehemänner und Schwager sie erniedrigen; aber auch Krankheiten und dass sie oft kein eigenes Haus haben.

Sie wünschen sich, dass alle ihre Kinder zur Schule gehen und sie in ein eigenes Haus umziehen können.

Nachdem wir unsere Entscheidungen getroffen hatten, verteilten wir 18 von den 19 Lampen. Eine behielten wir für das Zimmer unseres Wachpersonals. (im NAZO-Zentrum).

Die Ausbildung zur Schneiderin im NAZO-Zentrum Nejrab geht gut voran. Mit Hilfe einiger Brüder und Onkel der Studentinnen, werden wir jetzt mit der Vermarktung unserer Produkten beginnen.

Mit herzlichen Grüßen, Madina


Das Projekt wurde im Juni 2015 abgeschlossen.