Nazo

Unsere Leistungen (2002-2018)

Wir arbeiten seit 2002 in Deutschland für afghanischen Frauen. Unsere Arbeit ist vielfältig und umfasst folgende Bereiche:

  • Wir halten Vorträge und laden zu Filmveranstaltungen ein
  • Wir schreiben Newsletter und geben Interviews 
  • Und wir verkaufen den Schmuck, Taschen und Textilien

Alle diese Tätigkeiten und Ihre Spenden ermöglichten uns die hier aufgeführten Aktivitäten in Afghanistan.

Unsere Zielgruppe sind vor allem Analphabetinnen aus armen Familien.

Derzeit wird so viel über die Flüchtlinge gesprochen, die zu uns kommen und unsere Hilfe brauchen.

Doch wie helfen wir den Menschen in ihrem eigenen Land? 

NAZO arbeitet seit über 15 Jahren aus dieser anderen Perspektive: nämlich den Frauen und Mädchen vor Ort die Möglichkeit zu geben, sich mit eigener Kraft und Intelligenz in ihrem Heimatland eine Zukunft aufzubauen.

Denn selbstbewusste, gebildete Frauen stärken Familien, stärken das Familieneinkommen und ermöglichen Chancen für ihre Kinder im eigenen Land. Fluchtursachen werden somit eingedämmt. 

Mittlerweile ist unsere Arbeit in Deutschland so umfangreich geworden, dass wir unsere Aktivitäten nicht mehr nur durch ehrenamtliche Mithilfe stemmen können.

Wir sind deshalb auf der Suche nach einer Möglichkeit, eine Stelle für unseren Verein in Deutschland zu finanzieren, die sich um wichtige Kernaufgaben kümmert.

Wir hoffen auf ihr Interesse und verbleiben mit freundlichen Grüßen,

Elke Jonigkeit-Kaminski


Vorarbeiten

NAZO-Zentrum in Kabul, Ahmad Shah Baba Mena

 

In Laufe der Jahre renovierten wir eine Ruine (2003 in Kabul, Fotos rechts), bauten ein großes neues Ausbildungszentrum in Kabul (2010, Foto oben links) und stellten ein Haus in Ghazi Big Kheel (2014 Provinz Kapiza, Foto oben rechts) fertig. Von Anfang an war klar, wozu wir diese Häuser gebaut, bzw. in Stand gesetzt hatten – nämlich das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken und ihnen zur Selbstbestimmung zu verhelfen – gemäß unserem Motto:


"Wenn wir die Frauen stärken, wird sich in Afghanistan eine friedliche Zivilgesellschaft bilden.."

NAZO-Zentrum in Ghazi Big Kheel, Distrikt Nejrab, Provinz Kapiza
Ruine, 2002
Haus in Kart-e-nau (Kabul) nach der Instandsetzung.

Ausbildung

1020 Frauen

haben wir bis heute in diesen drei NAZO-Zentren ausgebildet.

In den Berufen:

Schneiderei,
Schmuckdesign,
Lederwaren,
Teppiche (Knüpfen und Weben)

 

102 Landfrauen

kommen noch dazu, die von NAZO Deutschlande e.V. mit Kühen unterstützt wurden.

Weiterbildung

1122 Frauen

und noch etliche andere Frauen aus der Umgebung nahmen während dieser Jahre an folgenden Kursen teil:*: 

Kurse:

Alphabetisierung 
Rechtsberatung 
Gesundheitsberatung
Verkaufstraining

 

* (deren Zahl konnten wir leider nicht erfassten) 


Hintergrund Information

Alle 1122 Frauen leben in einer Großfamilie

die in Afghanistan häufig aus 7 und mehr Mitgliedern besteht. (Stellen Sie sich ca. 8000 Menschen vor, denen NAZO Deutschland e.V. eine Zukunftsperspektive gegeben haben!)

Die ausgebildeten Frauen gründeten in ihren Häusern eigene Werkstätten, befestigten an der Hausfassade ein Schild, um Kundinnen darauf hinzuweisen, dass hier Kleidung oder Anderes in Auftrag gegeben werden kann. Nach Fertigstellung werden sie von ihren Kundinnen bezahlt – und tragen so zum Familieneinkommen bei. Oft sind sie die alleinigen Ernährer ihrer Familie.

Die Landfrauen stellen Jogurt und andere Milchprodukte her, die sie auf dem Markt verkaufen und so ein Einkommen erwirtschaften, das sie und ihre Kinder ernährt, bzw. zum Familieneinkommen beiträgt.

Einige Frauen schlossen sich nach der eigentlichen Berufsausbildung in Gruppen zusammen und gründeten selbständige Studios.

Unter dem von ihnen gegründetem Label „W.L.S. (Women’ Luminous Sun“) verkaufen sie ihre Produkte auf einheimischen Messen und in ihren den Studios angeschlossenen Verkaufsräumen.


Werkstätten

7 selbstständige Studios

Vier selbständige Schneiderwerkstätten sind entstanden, von denen zwei jeweils mit einem Geschäft erweitert wurden. (in Kabul, in den Dörfern Arbab Kheel, Gazi Big Kheel und Kamari.)

In diesen 4 Studios arbeiten 33 Frauen. Ihr monatlicher Verdienst liegt je nach Leistung zwischen 50,00 € und 100,00 €. Einige der Frauen haben eigene Lehrlinge, geben also ihr Wissen weiter.

Die besonders schönen Textilien versuchen wir auch hier in Deutschland zu verkaufen.

 

Eine Taschenwerkstatt, in der momentan 5 Frauen arbeiten. Sie haben es am schwersten auf dem einheimischen Markt Fuß zu fassen. Es fehlen perfekte Maschinen, die in Afghanistan jedoch nur schwer (oder gar nicht) zu bekommen sind. Ihr monatlicher Verdienst liegt unter 50,00 € pro Person.

Auch die Taschen-Herstellerinnen unterstützen wir, indem wir in Deutschland ihre Produkte verkaufen

Eine Schmuckwerkstatt, in der zur Zeit 11 Frauen arbeiten. Sie verdienen etwas weniger als die Schneiderinnen (aber doch noch ca. 50,00 € im Monat pro Frau). Auch sie bilden eigene Schülerinnen aus.

WEgen der sehr gefährlichen Sicherheitslage in Afghanistan unterstützen wir sie hier in Deutschland, indem wir ihren Schmuck zum Verkauf anbieten.

 

Eine Teppichwerkstatt mit 15 Mitgliedern existiert bereits in Kabul. 

Teppiche herzustellen ist ein altes afghanisches Handwerk – und oft ist der Teppich das einige „Möbelstück“ in einem Haus.
Afghanische Teppiche sind weltweit gefragt und wir hoffen, dass die Teppichweber- und Knüpferinnen sich einen eigenständigen Markt eröffnen können.

Momentan verdienen sie monatlich ca. 80,00 €.

In Ghazi Big Kheel (Kapiza) befinden sich noch viele Frauen in der Ausbildung, dennoch verkaufen auch sie schon ihre selbständig hergestellten Teppiche. Hier entsteht gerade die zweite Teppichwerkstatt.


Patenschaften

Für besonders hilfsbedürftige Frauen

Vorwiegend Alte, Kranke, Frauen mit sehr vielen und/oder behinderten Kindern etc. suchen wir hier in Deutschland Patenschaften.

Zurzeit unterstützen 119 Personen von Deutschland aus diese 119 Beklagenswerten.


Viehhaltung

Für 102 Familien

Darüber hinaus engagieren sich die Frauen in Afghanistan für die noch bedürftigeren Landfrauen und riefen die sogenannten „Kuh-Projekte ins Leben.
Von 2013 bis heute wurden 51 trächtige Kühe an besonders arme Landfrauen verteilt. Das erste Kalb, das die Mutterkuh zur Welt bringt, wird an eine andere bedürftige Frau abgegeben. Die Mutterkuh bleibt weiter bei der Erst-Besitzerin. Der Verkauf von Milch, Joghurt und Butter sichert den Kuhbesitzerinnen langfristig ein Auskommen.

So konnte mit dem Kauf von 51 trächtigen Kühen 102 Familien eine Lebensgrundlage geben werden.