Nazo

Schneiderwerkstatt und Verkauf in Kart-e-nau, Kabul

Diese Werkstatt besteht jetzt schon seit 10 Jahren.
Im Laufe dieser langen Zeit hat sie sich verändert.
Palwascha, die Gründerin, ging zurück in ihr Dorf und machte sich dort allein selbständig. Andere Mitglieder der Werkstatt wechselten den Wohnort, verloren – aus welchen Gründen auch immer – die Familienerlaubnis, das Haus zu verlassen.
Als das NAZO-Büro des Ausbildungszentrums 2017 nach Ahmad Schah Baba Mena umzog, blieb nur ein kleines Grüppchen von 4 Frauen in der Werkstatt Kart-e-nau zurück. Diese sind jedoch besonders fleißig und eröffneten im November 2018 ihren Werkstatt-Laden „Negina Saloon“.


Rückblick

Die 1. Schneiderwerkstatt entand in Kart-e-nau, 2009.

Palwascha - eine ehemalige Schülerin - und Jamila, die Schneiderlehrerin, teilten sich die Leitung der Werkstatt. Diese hatte damals 7 feste Mitglieder.
Neben ihrer Arbeit als selbstständige Schneiderinnen, bildeten Palwascha und Jamila auch junge Frauen zu Schneiderinnen aus. Jede von ihnen hatte jahrelang 16 Schülerinnen. Zusammen erlernten bis 2018 jährlich ca. 48 Frauen in Kart-e-nau das Nähen.
Die Schülerinnen kammen pro Tag für je 2 Stunden, so dass den Ausbilderinnen täglich noch genügend Zeit blieb, ihre Aufträge zu bewältigen.
Die Werkstattfrauen hatten sich einen eigenen Kundenkreis erarbeitet und konnten ihre Kleider gut verkaufen. Allein zu den beiden großen Festen (Id und Naurouz) möchte jede Frau, jedes Mädchen ein neues schönes Kleid. Sobald sie mehr als 50 € im Monat verdienten, beteiligten sie sich an den laufenden Kosten mit 10% ihres Einkommens.

Wir bewilligten im April 2015 die Anschaffung einiger großer, elektrischer Maschinen, so dass die Frauen jetzt auch aufwendig bestickte Kleider nähen können.