Von der Direktorin des ALS, Parwin Dost, erreichte uns folgender Bericht zur letzten Hilfsaktion in der Erdbebenregion:

Im Namen der ALS-Organisation freue ich mich, Ihnen einen kurzen Bericht über unsere jüngste humanitäre Mission in der Provinz Kunar zu übermitteln – einer der Regionen, die besonders stark von Naturkatastrophen und Armut betroffen sind. Diese Reise war Teil unseres kontinuierlichen Engagements zur Unterstützung von Witwen, Waisen und Familien, die alles verloren haben.


Wir sind um 4 Uhr morgens in Kabul aufgebrochen und haben unser Ziel – Sharak-e-Qaba im bergigen Bezirk Noor Gal in Kunar – gegen 12 Uhr mittags erreicht. Die Anfahrt war lang und beschwerlich, mit stundenlangen Fahrten auf holprigen, unbefestigten und bergigen Straßen, insbesondere auf dem letzten Abschnitt zum betroffenen Dorf. Trotz der Strapazen war unsere Entschlossenheit, die Menschen in Not zu erreichen, größer.


Nach unserer Ankunft nahm unser Team sofort Kontakt zu den lokalen Ältesten auf, um die Koordination innerhalb der Gemeinde und Transparenz sicherzustellen. Wir teilten unsere Mitarbeiter in zwei Teams auf – eines unter der Leitung von weiblichen Mitgliedern, die Umfragen unter verwitweten Frauen durchführten, und das andere Team, das sich um die männlichen Begünstigten kümmerte.

Kulturelle Sensibilitäten machten die Arbeit noch komplexer. Viele Frauen fühlten sich unwohl dabei, fotografiert zu werden, und in einigen Fällen konnten wir sie nur nach sorgfältiger Erklärung und Beruhigung dokumentieren. Darüber hinaus rieten uns lokale Beamte aufgrund traditioneller Normen dringend davon ab, die Namen der Frauen in die Liste der Begünstigten aufzunehmen. Stattdessen forderten sie uns auf, die Namen ihrer verstorbenen Ehemänner zu verwenden, was für uns eine Herausforderung darstellte, die wir respektvoll gemeistert haben.

Trotz aller Hindernisse gelang es uns, 400.000 AFN an 80 Familien zu verteilen, von denen jede 5.000 AFN erhielt. Viele dieser Familien sind dabei, ihre Häuser mit begrenzten Mitteln wieder aufzubauen. Sie sagten uns, dass diese rechtzeitige Unterstützung ihnen helfen würde, Fenster, Türen oder Kohleöfen zu kaufen, um den kommenden Winter zu überstehen.


Was diese Mission noch bewegender macht, sind die Geschichten von Frauen, die ihre Ehemänner unter den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser verloren haben. Mit kleinen Kindern zurückgelassen, stehen sie nun vor einem Leben mit unvorstellbaren Belastungen. Unser Team vor Ort hat einige ihrer Stimmen gesammelt, die wir in separaten persönlichen Briefen und Updates veröffentlichen werden.


Diese Mission wurde durch die großzügige Unterstützung unserer Partner – insbesondere des deutschen Vereins NAZO eV – und das Vertrauen von gutherzigen Spendern wie Ihnen ermöglicht. Ihr Mitgefühl erreicht die entlegensten Winkel Afghanistans, und dafür danken wir Ihnen von ganzem Herzen.

Mehr interessante Neuigkeiten