Es war eines der schlimmsten Erdbeben Afghanistans – als Anfang September die Erde bebte, verloren über 6.000 Menschen ihre Bleibe und über 2000 Todesopfer waren zu beklagen. Die unwegsame Region Kunar gehörte zu den betroffenen Landstrichen im Osten Afghanistans.

Uns war schnell klar, dass wir helfen mussten. Der erste Plan, Lebensmittel in das Katastrophengebiet zu bringen, wurde schnell wieder verworfen. Größere Organisationen waren hier logistisch besser aufgestellt und eine Erlaubnis der Taliban schwer zu bekommen.

Stattdessen brachen am 6.9. zwei unserer ALS-Mitarbeiter, Herr Nazar Matin und Herr Zarif Samimi, aus Kabul auf und reisten in das Dorf Nahr Gal, in der Provinz Kunar. Der rund 4-stündigen Autofahrt folgte ein beschwerlicher Fußmarsch von weiteren 4 Stunden, da jegliche Infrastruktur im betroffenen Gebiet zerstört war.

Vor Ort konnten sich die Beiden ein Bild vom Außmaß der Zerstörung verschaffen und mit den Dorfältesten darüber reden, wer besonders dringend Hilfe benötigt. Statt Lebensmittel verteilen wir Geld, damit die betroffenen Menschen sich Baumaterialien zum Wiederaufbau ihres Zuhauses beschaffen können, vor allem in Anbetracht des herannahenden Winters. Diese erste Aktion versorgte 38 Familien mit je 5000 Afghani (ca. 63 Euro).

Wir möchten weiteres Geld sammeln, um im kleinen Dorf Nahr Gal auch anderen helfen zu können, vor allem den Frauen und Kindern. Leider erlauben uns die Taliban nur, den Frauen zu helfen, die auch Todesopfer durch das Erdbeben zu beklagen haben. Traurigerweise trifft das auf die meisten Bewohner:innen zu.

Das gespendete Geld geht nahezu vollständig an die betroffenen Familien. Lediglich die Benzinkosten für das Auto und gegebenenfalls Übernachtung/Verpflegung der ALS-Mitarbeiter während der Reise ziehen wir davon ab. Es fallen keine weiteren administrativen Kosten an, da die Löhne der ALS-Mitarbeiter bereits bezahlt sind und sie dieser Mission zur Verfügung stehen. Alle NAZO-Mitarbeiter:innen hier in Deutschland sind ehrenamtlich tätig und wir überweisen die Spenden 1:1 nach Afghanistan.

Wissenswertes zum Projekt

Lage

Nahr Gal, Kunar

Zeitraum

ab September 2025

Besonderheiten

Wir möchten weiterhin vor allem den Frauen und ihren Kindern helfen. Wer die Nachrichten rund um das Erdbeben verfolgt hat, hat erfahren, dass Frauen teils unter den Trümmern liegen gelassen wurden, da es Männern außerhalb der Familie nicht erlaubt ist, sie anzufassen. Ihre Schreie wurden überhört. Wenn sie keinen männlichen Angehörigen hatten, war ihr Schicksal besiegelt. Wir wollen vor allem jenen Frauen helfen, die jetzt, teils als Witwe, alleine dastehen und keine Chance haben, ihr zerstörtes Zuhause wieder aufzubauen.

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